Auf einer einheitlichen Basis:

Kirchliche Grundlagen für den Religionsunterricht

„Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der nach der Hoffnung fragt, die euch erfüllt.“

Diese Worte (1. Petrusbrief 3,15) beschreiben eine Zielsetzung für den katholischen Religionsunterricht in der Schule. Er erschließt die Hoffnung der Kirche im Dialog mit den Fragen der Schülerinnen und Schüler nach dem Woher, Wohin und Wozu ihres Lebens. Damit leistet er einen eigenständigen, von anderen Unterrichtsfächern nicht ersetzbaren Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung und Weltorientierung im Rahmen schulischer Bildung. Darüber hinaus ist die Tradierung der Hoffnung, von der die Kirche lebt, auch für die Humanität der Schule und der Gesellschaft von hoher Bedeutung.

Damit der Religionsunterricht seine Aufgabe erfüllen kann, müssen die institutionellen Bedingungen und vor allem die Lernvoraussetzungen der Schülerinnen und Schüler bedacht werden. Die gegenwärtige Schulreform und die veränderte religiöse Situation der Kinder und Jugendlichen sind neue Herausforderungen, denen sich alle stellen müssen, die für den Religionsunterricht Verantwortung tragen: Religionslehrerinnen und Religionslehrer, Religionspädagogen in der Wissenschaft sowie in der Aus- und Fortbildung und nicht zuletzt auch wir Bischöfe. Mit den Kirchlichen Richtlinien zu Bildungsstandards für den katholischen Religionsunterricht in den Jahrgangsstufen 5–10/ Sekundarstufe I (Mittlerer Schulabschluss) (Die deutschen Bischöfe 78) haben wir bereits ein wesentliches Element der Schulreform aufgegriffen und seine Bedeutung für den Religionsunterricht dargelegt.

aus: Deutsche Bischofskonferenz: "Der Religionsunterricht vor neuen Herausforderungen"